Welterbe in Sudafrika

Wussten Sie, dass der Tafelberg Nationalpark mehr Pflanzenarten auf seinen 22.000 Hektar hat als die Britischen Inseln oder Neuseeland ? Oder dass der Drakensberg gleichzeitig die hochste Bergkette in Afrika sudlich des Kilimanjaro hat sowie die reichhaltigste Ansammlung von Felsenkunst des Kontinents?

Sudafrika ist die Heimat von acht offiziellen Welterbestatten, die vom Welterbekomitee der Unesco bestimmt wurden.

Das Komitee versucht, Identifizierung, Schutz und Erhaltung des kulturellen und naturlichen Erbes rund um die Welt zu ermutigen, dem “herausragender Wert fur die Menschheit” zugeschrieben wird. International gibt es 851 Welterbestatten in 141 Landern (Stand: April 2008). Sudafrika hat insgesamt acht – vier kulturelle, drei naturbezogene und eine sowohl kulturelle als auch naturbezogene Welterbestatte.

iSimangaliso Wetland Park

iSimangaliso Wetland Park

Jahr der Eintragung: 1999
Standort: KwaZulu-Natal, 27º 50’ 20″ S 32º 33’ O
Typ: Naturbezogenes Welterbe

Am 1. November 2007 erhielt Sudafrikas erste Welterbestatte, der Greater St Lucia Wetland Park, einen neuen Namen, der dem einzigartigen afrikanischen Ursprung besser gerecht wird: iSimangaliso Wetland Park.

Der iSimangaliso Wetland Park hat die zwei großten Flussmundungen Afrikas und die sudlichsten Korallenriffe des Kontinents. Als ihm im Jahr 1999 Welterbstatus zugesprochen wurde, merkte das Welterbkomitee die “außergewohnliche biologische Vielfalt des Parkes, einschließlich etwa 521 Vogelarten” an.

An der zentrale Zululand Kuste von KwaZulu Natal gelegen, besteht der Park aus einigen angrenzenden geschutzten Bereichen mit einer gesamten Große von uber 230.000 ha.

Dank seines Standorts zwischen dem subtropischem und tropischem Afrika, geformt von Fluss, Meer und Wind, bietet die Landschaft im iSimangaliso-Park einem breiten Spektrum von Afrikas Meeres-, Feuchtgebiet- und Savannenarten den wichtigen Lebensraum. Seine reichhaltigen Landformen schließen breite unterseeische Schluchten, sandige Strande, aufgeforsteten Dunenketten und ein Mosaik aus Feuchtgebieten, Graslandern, Waldern, Seen und Savanne ein.

Der iSimangaliso Wetland Park hat seine Ursprunge in der St Lucia Game Reserve, im Jahr 1895 erklart und vom großen See und seinen Inseln ausgemacht. St Lucia Park wurde im Jahr 1939 proklamiert, beinhaltete das Land um die Mundung und einen Streifen von etwa einem Kilometer um die meiste Seekuste herum. Im Jahr 1971 wurde St Lucia Lake und die Schildkrotenstrande und Korallenriffe von der Maputaland Kuste von der Konvention auf Feuchtgebieten internationaler Wichtigkeit aufgelistet.

“Das Mosaik der Landformen und die Lebensraumarten schafft atemberaubende landschaftlich reizvolle Ansichten,” bemerkte das Komitee in seiner Einschatzung des Parks. “Die Vielfalt von sowohl Morphologie als auch die Überflutungen und Sturmereignisse tragen zu andauernden evolutionaren Prozessen in dieser Region bei.

“Naturphanomene lassen eine große Anzahl von Schildkroten an den Stranden nisten; die Wanderung von Walen, Delphinen und Walheien ist kustennah; und riesige Nummern des Wasservogels einschließlich großer Zuchtkolonien von Pelikanen, Storchen, Reihern und Seeschwalben.”

Robben Island. Foto von South Africa Tourism

Robben Island

Jahr der Eintragung: 1999
Standort: Westkap, 33º 48’ S 18º 22’ O
Typ: Kulturerbe

Robben Island ist am beruhmtesten als der Ort, wo Nelson Mandela, der erste demokratisch gewahlte Prasident von Sudafrika, 18 seiner 27 Jahre im Gefangnis gefangen gehalten wurde. Die Insel ist seitdem ein Symbol des Triumphs von Demokratie und Freiheit uber die Unterdruckung geworden.

11 Kilometer vor der Kuste von Kapstadt ist die kleine, windige Insel jetzt das Zuhause des weltberuhmten Robben Island Museums, einem Hohepunkt jedes Besuchs in Sudafrika.

Weder war Robben Island schon immer Gefangnis, noch ursprunglich von der Kaphalbinsel abgeschnitten. Vor Tausenden von Jahren war es eine bewohnter Region, nur durch einen Streifen Land mit Festland des Kaps verbunden.

Es wurde erst von hollandischen Kolonisten am Kap zu einem Gefangnis gemacht, die dort seit ihrer Ankunft in der Mitte des 17. Jahrhunderts Gegner der Kolonialherrschaft einschließlich afrikanischer und moslemischer Politiker eingesperrt haben.

Robben Island wurde spater beruchtigt als Hochsicherheitsgefangnis fur Anti-Apartheidaktivisten, einschließlich Nelson Mandela. Von der Mitte der 1960er Jahre hielt das Gefangnis viele fuhrende Politiker des African National Congress (ANC), einschließlich Walter Sisulus, Govan Mbekis und Ahmed Kathradas wie auch Robert Sobukwe, den Grunder des Pan Africanist Congress gefangen.

Es wurde auch als Leprakrankenkolonie und als psychiatrische Klinik von 1846 bis 1931 genutzt, sowie als Ausbildung- und Verteidigungsbasis im zweiten Weltkrieg.

Nach der Aufhebung des Banns fur die ANC und andere Opponenten der Apartheid im Jahr 1990 wurden die politische Gefangenen der Insel freigelassen, die Letzten im Mai 1991. Die letzten nach burgerlichem Recht Verurteilten gingen im Jahr 1996, wonach die Insel kein Gefangnis mehr war.

Im Jahr 1999 erklarte das Welterbkomitee Robben Island zu einem Welterbestandort kultureller Bedeutung.

“Die Gebaude auf Robben Island geben eloquentes Zeugnis ihrer dusteren Geschichte” stellte das Komitee fest und fugte hinzu, dass die Insel “den Triumph menschlichen Geistes, der Freiheit und der Demokratie uber die Unterdruckung symbolisiert.”

Wiege der Menschheit. Bild von Cradle of Humankind

Wiege der Menschheit

Jahr der Eintragung: 1999
Standort: Gauteng und die North West Provinz, 25º 55’ 45″ S 27º 47’ 20″ O
Typ: Kulturerbe

Bekannt in Sudafrika als die Wiege der Menschheit, hat die Region von Sterkfontein, Swartkrans, Kromdraai und Umgebung eine von den reichsten Konzentrationen von hominiden Fossilien der Welt, Beweise menschlicher Evolution uber die letzten 3,5 Millionen Jahre.

Gefunden in den Provinzen von Gauteng und nordwestlich, bedecken die fossilen Standorte einen Bereich von 47 000 Hektaren. Die Überreste von alten Formen von Tieren, Pflanzen und Hominiden – unseren fruhen Vorfahren und ihren Verwandten – sind in seit 2.5 Billionen Jahren in einem Dolomitgestein gelagert. Obwohl andere Standorte in Sud- und Ostafrika ahnliche Überreste haben, hat die Wiege mehr als 950 hominide fossile Exemplare produziert.

Standorte im Bereich liefern entscheidende Informationen uber Mitglieder von einem der altesten Hominiden, dem australopithecines – Zweifussler, kleinschadelige Primaten, die vor etwa 5 Millionen Jahren auftraten.

Ausgrabungen und Forschung in den Sterkfontein Hohlen haben bisher sowohl das fast vollstandige Skelett eines 3,3 Millionen Jahre alten Australopithecinen wie auch etwa 500 Exemplare Australopithecus africanus zum Vorschein gebracht, die von etwa 2,8 bis 2,6 Millionen Jahren datiert wurden.

Zu weiteren großeren Funde dieser Region zahlt der bisher vollstandigste Schadel eines Australopithecus africanus, ein herausragendes Beispiel eines weiblichen Paranthropus – ein robusterer Australopithecine, auch bekannt als Australopithecus robustus – und eine Versteinerung einer fruheren Vertreters der Gattung Homo mit Steinwerkzeugen, dem ersten Beweis von kulturellem Verhalten.

Bei der Zuteilung des Wiegenwelterbstatus fur seine kulturelle Bedeutung, erwahnte das Welterbekomitee, dass die Standorte “Licht wurfen auf die fruhsten Vorfahren der Menschheit. Sie bilden eine gewaltige Reserve an wissenschaftlicher Information, deren Potential enorm ist.”

Felsenkunst am Drakensberg. Foto von South Africa Tourism

uKhahlamba Drakensberg Park

Jahr der Eintragung: 2000
Standort: KwaZulu-Natal, 29º 23’ S 29º 32’ 26″ O
Typ: Gemischt kulturell und naturbezogenes Welterbe

Der uKhahlamba Drakensberg Park bietet unglaubliche naturliche Schonheit, Afrikas hochsten Bergbereich sudlich von Kilimanjaro und die großte und konzentrierteste Serie von Felskunstmalereien in Afrika und macht ihn so zu einer Welterbestaate mit sowohl naturbezogener als auch kultureller Bedeutung.

Der Park liegt im Westen von KwaZulu Natal an der Grenze zu Lesotho. Es hat eine Große von 243.000 ha, die sich vom Royal Natal National Park im Norden bis zu Cobham Forest Station im Suden erstrecken.

Sowohl der Zuluname uKhahlamba (Speeresschranke) als auch der Afrikaans-Name Drakensberg (Drachenberge) passen zu dem ungeheuren, von der Gebirgskette geschaffenen, Horizont.

Eine massive basaltische Kappe auf einer breiten Basis von sedimentaren Felsen, die der Stormberg Serie von vor 150 Millionen Jahren gehoren, sind die Berge Sudafrikas Hauptwasserscheide.

Mehr als 4.000 Jahre waren hier die einheimischen San zuhause, die einen gewaltigen Bestand an Felsenkunst schufen – die großte Sammlung in Afrika.

Die San lebten in den Sandsteinhohlen und steinigen Zufluchten in den Talern des Drakensbergs. Sie stellten Bilder her, die vom Welterbkomitee beschrieben wurden als “weltberuhmt und allgemein eine der hochsten Leistungen der Menschheit.hervorragend in der Qualitat und Themenvielfalt ihrer Darstellungen von Tieren und Menschen…werfen sie viel Licht auf ihre Art des Lebens und ihre Überzeugungen”.

In seiner Beschreibung des naturlichen Erbes des Parks vermerkt das Komitee auch seine “außergewohnliche naturliche Schonheit mit seinen aufsteigenden basaltischen Streben, scharfen dramatischen Kurzungen und goldenen Sandsteinwallen. Wogende Hohengraslander, die ursprungliche steilen Flusstaler und felsigen Schluchten tragen ebenfalls zur Schonheit dieses Standortes bei.

Die vielfseitigen Lebensraume des Standorts schutzen ein hohe Zahl einheimischer und global bedrohten Arten, insbesonders Vogeln und Pflanzen.”

Vergoldetes Nashorn, gefunden 1932 auf dem Mapugubwe Hugel. Foto von der Universitat Pretoria

Mapungubwe kulturelle Landschaft

Jahr der Eintragung: 2003
Standort: Limpopo, 22º 11’ 33″ S 29º 14’ 20″ O
Typ: Kulturerbe

Mapungubwe – “Platz des Steins der Weisen” – war Sudafrikas erstes Konigreich und entwickelte sich zum großten Reich des Subkontinents, welches 400 Jahre andauerte, bis es im 14. Jahrhundert aufgegeben wurde. Das hochkultivierte Volk handelte mit Gold und Elfenbein mit China, Indien und Ägypten.

Der Standort liegt auf der offenen Savanne vom Mapungubwe National Park, am Zusammenfluss von den Limpopo und Shashe Flussen in der Provinz von Limpopo.

Er stoßt an die nordliche Grenze von Sudafrika und die Grenzen von Simbabwe und Botsuana, eine Kreupunkt der hilft, seine wohlhabende Vergangenheit als ein wichtiges Handelszentrum besonders an der Hohe seiner Machte zwischen etwa 1220 und 1300 n.Chr. zu erklaren.

Eine frei stehende Struktur, die 30 Meter uber die umliegenden Graslander, Mapungubwe zunimmt, wird uberall von uneinnehmbaren Klippen umschlossen.

Seit seiner Entdeckung im Jahr 1932 ist dieser Eisenzeitstandort von der Universitat von Pretoria ausgehoben worden. Jedoch wurden die Entdeckungen von offentlicher Aufmerksamkeit bis 1993 gerade vor Sudafrikas ersten demokratischen Wahlen abgehalten, weil Beweise einer hoch fortgeschrittenen einheimischen Gesellschaft, die Jahrhunderte vor der europaischem Kolonialismusausbreitung im Gegensatz zu der rassistischen Ideologie von Apartheid lief.

“Die Überreste in der Mapungubwe kulturellen Landschaft sind eine bemerkenswert vollstandige Aussage zum Wachstum und anschließendem Ruckgang des Mapungubwe Staats,” sagte das Welterbkomitee in seiner Beurteilung.

“Was erhalten blieb, sind die fast unberuhrten Überreste der Palaste und auch das ganze Niederlassunggebiet, das von ihnen abhangig waren, wie auch zwei fruhere Kapitalstandorte, das Ganze, das uber etwa 400 Jahre ein unvergleichliches Bild der Entwicklung von sozialen und politischen Strukturen liefert.”

Cape Floral Region. Bild von South African Tourism

Cape Floral Region

Jahr der Eintragung: 2004
Standort: Westkap und Ostkap, 34º 10’ S 18º 22’ 30″ O
Typ: Naturliches Welterbe

Die Cape Floral Region nimmt nur 0,04% der Landflache der Welt ein, enthalt aber dennoch erstaunliche 3% Prozent ihrer Pflanzenarten. Dies macht es zu einem der pflanzenreichsten Gebiete der Welt und einem der 18 angesagtesten Standorten biologischen Vielfalt der Erde.

Ein Abschnitt aus Land und Meer umspannt 90.000 Quadratkilometer, die 553.000 ha große Cape Floral Region besteht aus acht geschutzten Bereichen, die sich vom Cape Penisula zum ostlichen Cape erstrecken: Tafelberg, De Hoop Nature Reserve, der Boland Bergkomplex, dem Groot Winterhoek Wildnissbereich, den Swartberg Bergen, dem Boosmansbos Wildnissbereich, den Cederberg Wildnissbereich und Baviaanskloof.

Der botanische Garten Kirstenbosch auf den Hangen des Tafelbergs ist Teil der Region und damit der erste botanische Garten, der jemals in eine Welterbestatte mit einbezogen wurde.

Die reiche Vielfalt der Cape Floral Region tragt dazu bei, dass Sudafrika das dritthochste Niveau an biologischer Vielfalt der Welt aufweist. Der Tafelberg Nationalpark zum Beispiel hat mehr Pflanzenarten in seinen 22.000 ha als die Britischen Inseln oder Neuseeland.

Die Cape Floral Region ist nicht nur wegen ihrer Vielfalt bemerkenswert. Das einheimische Niveau der Region ist mit 31,9% das Hochste auf dem Planeten. Von den 9.600 Arten von vaskularen Pflanzen (Pflanzen mit Gefaßen fur Saftlagerung), die hier gefunden wurden, sind etwa 70% einheimisch und treten nirgends sonst auf der Erde auf.

Die Region wird zu fast 20% von Afrikas Flora bewohnt, obwohl sie weniger als 0,5% Prozent von der Landermasse des Kontinents ausmacht.

Es ist auch das Zuhause von 11.000 Meerestierarten, wovon 3.500 einheimisch sind, und 560 Wirbeltierarten einschließlich 142 Reptilienarten, von denen 27 einheimisch sind.

Bei der Erteilung des Welterbstatus im Jahr 2004 der Cape Floral Region erwahnte das Welterbkomitee, dass die “einzigartigen Fortpflanzungsstrategien, an Feuer anpassungsfahig, wie auch die Muster von Saatzerstreuung der Insekten und Muster der beheimateten und adaptiven Strahlung, die in der Flora gefunden werden, von hervorragendem Wert fur die Wissenschaft sind.”

Vredefort Dome. Foto von Lunar und Planetary Institut

Vredefort Dome

Jahr der Eintragung: 2005
Örtlichkeiten: Free State und North West, 26º 51′ 36″ S 27º 15′ 36″ O
Typ: Naturliches Welterbe

Vor etwa 2 Billionen Jahren ist ein Meteorit mit einem Durchmesser von 10 Kilometern etwa 100 km sudwestlich von Johannesburg eingeschlagen und hat einen enormen Krater geschaffen. Dieses Gebiet nahe der Stadt von Vredefort in dem Free Stat ist bekannt als Vredefort Dome.

Der Meteorit, der großer als der Tafelberg war, erzeugte eine Explosion von tausend Megatonnen. Die Wirkung hatte etwa 70 Kubikkilometer Stein verdampft – und hat moglicherweise den Sauerstoffgrad der Erde auf ein Niveau gesteigert, das die Entwicklung von Vielzellern ermoglicht hat.

Die Welt hat etwa 130 Kraterstrukturen moglichen Einschlagursprungs. Der Vredefort Dome zahlt zu den drei Großten und ist der alteste und großte eindeutig sichtbare Meteoriteneinschlagsort der Welt.

Der mittlerweile erodierte Originalkrater hatte wahrscheinlich einen Durchmesser von 250 bis 300 Kilometern. Es war großer als der Sudbury Einschlag in Kanada mit etwa 200 km Durchmesser.

Mit einem Alter von 2 Billionen Jahren ist Vredefort weitaus alter als die Chixculub Struktur in Mexiko, die mit einem Alter von 65 Millionen Jahren Standort des Einschlages ist, der zum Aussterben der Dinosaurier fuhrte.

Vredeforts Originaleinschlagsnarbe misst quer 380 km und besteht aus 3 konzentrischen Kreisen von erhobenen Felsen. Sie wurden vom Ruckprall der Felsen unterhalb des Einschlagsortes geschaffen, als der Asteroid einschlug. Die meisten dieser Strukturen sind erodiert und nicht mehr deutlich zu sehen.

Der 180 km große Innenkreis ist immer noch sichtbar und kann in der schonen Hugelkette nahe Parys und Vredefort gesehen werden. Es ist dieser Bereich, der eine Welterbseite genannt wurde.

Der traditionelle Lebensstil des Nama-Volkes in Richtersveld kennzeichnet sich durch nomadische Schafhaltung. Bilder mit freundlicher Genehmigung der Peace Parks Foundation

Kultur- und Naturlandschaft Richtersveld

Jahr der Eintragung: 2007
Örtlichkeiten: Northern Cape, 28º 36′ S 17º 12′ 14″ O
Typ: Kulturerbe

Die Kultur- und Naturlandschaft Richtersveld erstreckt sich uber 160.000 Hektar in einer atemberaubenden Gebirgswuste im nordwestlichen Teil Sudafrikas.

Einzigartig – sowohl in sudafrikanischer als auch in internationaler Hinsicht – ist die Tatsache, dass dieses Gebiet von einer Gemeinschaft verwaltet wird, die bis vor kurzem alles andere als privilegiert war.

Die Landschaft, in welcher extreme Temperaturen herrschen, ermoglicht dem Nama-Volk – Abkommlinge der Khoisan, die einst gesamt Sud-Namibia und den großten Teil der westlichen und nordlichen Kapprovinzen in Sudafrika bevolkerten – ihre nomadische Lebensweise als Schafhalter.

Khoisan ist ein Begriff, der zwei verschiedene Volksgruppen beschreibt, die einander in korperlicher Hinsicht durch ihre Hellhautigkeit und ihre kleine Statur ahneln. Die Khoi, die von den Europaern Hottentotten genannt wurden, waren Schafer und wurden weitgehend ausgerottet. Die San, von den Europaern Buschmanner genannt, waren Jager und Sammler. Einige San-Angehorige leben bis zum heutigen Tag in Sudafrika.

Die moderne Geschichtsschreibung beginnt in Richtersveld vor ca. 100 Jahren, als die Khoi von anderen Farmern aus der Kapregion in diesen entlegenen Landstrich abgedrangt wurden. Das San-Volk wurde derweil in das weiter nordlich gelegene Gebiet gezwungen. Nach Angaben der Richtersveld Community Conservancy schlossen sich die beiden Volker nach anfanglichen Rivalitaten bald zu dem Volk zusammen, das man heute als das Nama-Volk kennt.

Das Besondere am Weltkulturerbe Richtersveld ist die Tatsache, dass das Gebiet erst vor einigen Jahren im Zuge des sudafrikanischen Landruckgabeprogramms dem Nama-Volk ubergeben wurde.

Inzwischen hat das Nama-Volk die Balance zwischen der Fortsetzung ihres traditionellen nomadischen Lebensstils und der Notwendigkeit des Landschaftsschutzes gefunden.

Man wandert immer noch jahreszeitenbedingt von Weideplatz zu Weideplatz und die nomadischen Behausungen sind nach wie vor aus Schilfmatten. Die Nama praktizieren als Letzte diesen Jahrtausende alten Lebensstil.

“Die umfangreichen gemeinschaftlichen Graslander sind ein Musterbeispiel fur eine gelungene Landverwaltung, die zum Schutz der saftigen Karoo-Vegetation beigetragen hat”, notierte das World Heritage Committee. “Hier leben Mensch und Natur in Harmonie.”

Letzte Aktualisierung: August 2008

Textredaktion: Mary Alexander und SAinfo reporter